Reisebericht

Abenteuer Seidenstrasse


Samstag den 22.03.1997 - Der 1. Tag - Die Abfahrt


Bahnhof Berlin Lichtenberg
mit D 1249 nach Saratow.
Auf dem Bahnsteig ist richtig etwas los, mehr Gepäck als Reisende. Eine halbe Stunde vor der Abfahrt wird auch unser Zug endlich bereitgestellt.

Udo und ich bilden die Vorhut, um die Plätze zu sichern. Wir haben uns gut platziert und kommen nach einer kurzen Kontrolle der Fahrausweise als erste in den Wagen. Der Kampf um die Plätze hat begonnen. Unmengen von Kisten, Koffer, Taschen, sogar ganze Fernseher müssen im Wagen untergebracht werden. Wir haben die Abteile 7,8 und 9. Ich nehme zusammen mit Michael, Peter und Ewald die 7, Lars, Harald, Udo und Olaf die 8, und Tobias und Leo teilen sich mit einem Ehepaar, wovon die Frau auch deutsch spricht, das Abteil 9. Wir haben von allen Reisenden noch das wenigste Gepäck; so kommt es, dass von den Mitreisenden aus Abteil 5 noch Gepäck bei uns im Abteil verstaut werden muss.

Exakt um 15.57 Uhr geht ein Ruck durch den Zug – es geht los. Bei starkem Schneeregen und einer Temperatur von etwas über dem Gefrierpunkt verlassen wir mit D 1249 Berlin.

Die Zugbildung ab Berlin: Als Zuglok fungiert 155 123-3, gefolgt von; 2 kasachischen Schlafwagen nach Akmola, 6 russischen Schlafwagen nach Saratow und je 1 russischen Schlafwagen nach Omsk, Rostow am Don und Woronesch.

Im Wagen herrscht unterdessen immer noch ein totales Durcheinander. Der DB-Zugführer hat Mühe, sich durch den Wagen bzw. über das Gepäck zu kämpfen und knöpft von allen Fahrgästen, die mehr als die erlaubte Gepäckmenge haben, noch ein paar Mark ab. Die 80 km bis Frankfurt/Oder reichen hierzu gerade aus, ab dort hat die DB ihre Schuldigkeit getan und darf gehen.

Die Polen übernehmen die Zughoheit. Die deutsche und polnische Grenzkontrolle sind reine Formsache, und mit wenigen Minuten Verspätung verlassen wir Frankfurt/Oder. In Rzepin angekommen verlässt uns bereits wieder die polnische Diesellok, und mit einer ET 22 geht es weiter in Richtung Osten. Als der Zug Poznan erreicht, ist es bereits dunkel. Das Wetter hat sich gebessert, der Himmel ist klar, und im Nordwesten können wir so den Kometen Hale-Bopp beobachten.


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